Das richtige Gleichgewicht

Wer muss denn da jetzt handeln? Und „Wie sieht Ihre Abwägung aus und wie handeln Sie?“, hat Boris in seinem letzten Beitrag gefragt. Das ist eine wichtige Frage und gar nicht mal so einfach zu beantworten.

Nach einer kürzlich erschienen Studie der Denkfabrik More in Common gaben 80 Prozent der Befragten an, sich um das Klima zu sorgen und 7 von 10 meinten, schon heute die Folgen des Klimawandels zu spüren (Stichworte: Gletscherschmelze und damit einhergehender Artenverlust; zunehmende Trockenperioden in Europa, unterbrochen von sinnflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen).

Es herrscht offenbar ein großer Konsens über die Klimawandel und deren Folgen. Es herrscht auch große Einigkeit darüber, dass man persönlich etwas gegen die negativen Folgen tun könne. Fast drei Viertel der Befragten unterstützen diese Meinung. Gleichzeitig meinte aber fast die Hälfte der Studienteilnehmer, sie stünden dem Klimawandel „hilflos“ gegenüber. Aufgelöst wird dieser scheinbare Widerspruch durch eine weitere Frage der Studie. Hier hatten bis zu 70 Prozent der Befragten angegeben, der Beitrag von Institutionen wie den Kommunen, Städten und der Wirtschaft sei zu gering. Insbesondere der Beitrag der Wirtschaft wurde dabei kritisiert.

Diese Diskrepanz ist eine große Herausforderung. Der überwältigende Teil der Bevölkerung ist bereit, die eigene Lebensführung für den Klimaschutz zu überdenken, zu ändern und dabei ggf. auch Einschränkungen und finanzielle Mehrbelastung zu akzeptieren (s. EEG-Umlage). Dabei darf aber nicht der Eindruck entstehen, persönlich schultere man die Last, während die großen Player, wie die Wirtschaft zu wenig leiste. Ich sehe da eine eine wichtige Aufgabe der Politik, hier für ein Gleichgewicht zu sorgen und das auch den Menschen zu vermitteln. Andernfalls bestünde die Gefahr von Enttäuschung und Resignation.

Bild: pixebay

Yvonne Praehauser

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