Nachhaltigkeit – Wer muss denn da handeln?

Yvonne hat es in ihrem Blogbeitrag prägnant auf den Punkt gebracht: Nachhaltiges Handeln bedeutet, nur maximal so viele Ressourcen zu verbrauchen, wie sich natürlich regenerieren können. Das ist beim Wald sehr eindrücklich und auch mir sofort verständlich: Werden mehr Bäume gefällt wie nachwachsen können, gibt es irgendwann keinen Wald mehr. Ebenso ist sofort verständlich, dass es daher bspw. Fangquoten für Fische geben muss, wir sorgsam auf die Tiere, die Natur und die Umwelt achten müssen. Auch ökonomische Beispiele sind fassbar: Gibt ein Unternehmen mehr Geld aus, als es Gewinn macht, wird es keine „nachhaltige“ Chance am Markt haben. Aber wie ist das mit Bildung? Bildung ist wichtig, lebenslanges Lernen ermöglicht die Übernahme qualifizierter Berufe und stärkt die soziale Teilhabe bis ins hohe Alter. Bildung, in einem breiten Sinn, sollte also jeder Person zugänglich sein. Ebenso sieht es mit einer funktionierenden Gesundheitsversorgung, ausgewogenem Essen und einem Umfeld in Frieden und Sicherheit aus.

Nachhaltigkeit im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ist ein ganzheitlicher Ansatz, das bedeutet, dass er das ganze Leben und unseren ganzen Planeten im Blick hat. Zentral ist dabei das Abwägen zwischen den einzelnen Nachhaltigkeitszielen, die durchaus auch im Konflikt miteinander liegen können. Denn ein Hungernder wird sich nicht um Fangquoten kümmern, eine dringend Wohnungssuchende in der Großstadt nicht um den Flächenverbrauch für Wohnen und ist das frische Obst im Winter aus Übersee nicht gesund? Diese Abwägung unterschiedlicher Ziele und Bedarfe ist entscheidend, um dem Ziel einer wirklichen Nachhaltigkeit näher zu kommen. Als wäre dies aber nicht schon schwierig genug, kommen zusätzlich noch Milliarden von Akteuren hinzu: Staaten, Organisationen, Regionen, Kommunen, Unternehmen unterschiedlicher Größe, NGOs, die Zivilgesellschaft und jede Person als Individuum.

Und wer muss denn da jetzt handeln? – Alle. Denn alle haben in ihrem Wirkungskreis Abwägungsentscheidungen, die sie im Lichte der globalen Nachhaltigkeit beleuchten können. Aktuell ist der Klimaschutz das in der Öffentlichkeit am breitesten diskutierte Thema aus dem Kanon der Nachhaltigkeit. Bill Gates unterstreicht bspw. in seinem aktuellen Buch „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern können“ neben der Bedeutung von staatlichem Handeln auch die Bedeutung des Endverbrauchers beim Prozess hin zu einer globalen CO2-Null-Emmission. Jeder kann mitentscheiden bspw. beim Produktkauf. Auf diesem Weg zu einer globalen CO2-Null-Emmission sind Innovationen in unterschiedlichen Bereichen für Gates ein Schlüssel – und hier wägt auch Bill Gates, anders als sein Buchtitel am Anfang vermuten lässt, unterschiedliche Ziele miteinander ab bzw. bringt sie in eine Korrelation (Bildung und Innovation in den richtigen Feldern stärken, um Klima und Umwelt zu schützen, dabei die Bevölkerung einbinden und das soziale Miteinander stärken). Also doch eher ein Buch über Nachhaltigkeit, bei dem der Autor in der Abwägung der Ziele dem Klimaschutz die höchste Priorität eingeräumt hat. Wie sieht Ihre Abwägung aus und wie handeln Sie?   

Boris Schmitt

Boris Schmitt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück nach oben